Zeugnisdruck zu Weihnachten

Was der Zeugnisdruck mit Weihnachten zu tun hat

Zeugnisdruck in der Theorie

Im Grunde ist es ja ganz einfach: man macht sich um Vorfeld Gedanken über jeden einzelnen Schüler, seine entsprechenden schriftlichen und sonstigen Leistungen, teilt ihm diese vorher mit (oder diskutiert pädagogisch solange, bis jeder damit zufrieden ist) und gibt sie ein. Danach werden die Noten noch in einer entsprechenden Konferenz durchgegangen, über eventuelle Versetzungen und Kommentare in den Zeugnissen geredet, diese gedruckt und ausgeteilt.

Soweit die Theorie.

Zeugnisdruck in der Praxis

Wenn es ums Drucken von Zeugnissen für eine Schule geht, verhält es sich oft, wie zu Weihnachten. Der Termin des Zeugnisdruckes kommt bei vielen Kolleginnen und Kollegen aus heiterem Himmel und vollkommen überraschend.

Jedenfalls kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man in einer solch großen und verzweigten Schule mit ihrem unfassbar breitem Spektrum an Fachrichtungen, Abschlüssen und Fächern für den Zeugnisdruck zuständig ist. Eine Woche bevor die Zeugnisse ausgeteilt werden, müssen die Noten nun mal fertig sein. Das hindert natürlich nicht daran, es auch erst kurz vor der dazugehörigen Konferenz bzw. direkt vor der Ausgabe der Zeugnisse selbst zu merken und die Noten entsprechend… rechtzeitig einzugeben.

Überraschend oft klappt das trotzdem auch total einigermaßen reibungslos.

Aber in manchen Klassen könnte ich jedes Mal an die Decke gehen. Aus mehreren Gründen. Erstens sind Kollegen manchmal einfach nicht in der Lage, die Noten rechtzeitig einzugeben. Das ist aber gar nicht das Schlimmste. In meiner Schule bin ich (zum Glück nicht allein!) für eine Schulform zuständig, bei der die Zeugnisse aus einer Kombination aus Excel und Word erstellt werden. Das funktioniert auch.

Solange jedenfalls, bis es eben nicht mehr funktioniert.

Das geschieht sobald Klassenstufen spontan zusammengelegt werden, um lustige Mischklassen aus 11 und 12 oder auch aus zwei eigentlich verschiedenen Fachrichtungen zu erzeugen oder beispielsweise Lernfelder aus der 10 mal eben in der 11 oder umgekehrt unterrichtet werden wollen. Das macht den Zeugnisdruck anstrengend. Denn dann bricht in der akribisch zurechtgebastelten Tabelle plötzlich Chaos aus, Bezüge fehlen und der Serienbrief zeigt statt der erreichten Noten eben ab und zu eine Null. Vor allem dann, wenn man neu im Team ist und die ganzen Besonderheiten der Klassen einfach nicht kennen kann, weil jede ihre eigene hat. Da ist Kreativität gefragt und das möglichst zeitnah, weil ja die Zeugnisse auf den Tisch müssen. Zeugnisdruck als Stressor der Lehrer also.

Die Schuldfrage und der Kosten-Nutzen-Faktor

Und wer ist dann daran Schuld? Natürlich diejenigen, die dafür zuständig sind. Nämlich das Zeugnisdruckteam. Klar. Denn wir wissen ja auch ganz genau im Vorfeld, welche Änderungen sich die Fachschaften vorher überlegt haben, welche Schüler mal so eben mitten im Jahr aus was-weiß-ich-woher in die Klasse versetzt wurden. Das heißt: jedes Mal, wenn ein Zeugnis falsch ist, bekommen wir ärger. Und das, obwohl dort beispielsweise auch die Klassenlehrer dabei sind, die die Zeugnisse mit uns zusammen drucken, sie akribisch nachprüfen und unterschreiben. Trotzdem: wenn was falsch ist, sind meist wir Zeugnisdrucker die Bösen.

Das ist schon echt eine Menge Arbeit, die dazu noch in gar keinem Verhältnis zur “Vergütung” derer steht. (Ich habe hier ganz bewusst Anführungsstriche gesetzt, um Ironie zu kennzeichnen). Denn was bekommen wir dafür? Ungefähr eine oder auch mal anderthalb Stunden Deputat. Umgerechnet also 40 Stunden pro Schuljahr. Klingt viel. Schaut man sich aber nur mal an, was wir in den letzten Wochen leisten, reichen diese Stunden dafür einfach nicht aus. Dazu kommen dann noch zahlreiche Stunden für die Erstellung der Listen, für die korrekte Zuordnung von Kursen, für das Auseinanderklamüsern und Sammeln von Informationen etc pp.

So. Genug gemeckert. Es musste nur mal gesagt werden.

Irgendwer muss es ja machen 😀

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