Auf den Hund gekommen

Was macht ein Lehrer, wenn er über einen Hund nachdenkt?

Heute mal ein ganz privater Beitrag von mir, weil mir dieser schon länger unter den Nägeln brennt und ich es einfach mal loswerden will. Schon seit einigen Jahren denke ich darüber nach und inzwischen habe ich mich entgültig entschieden: ich will einen Hund. Daher schaue ich jeden Tag nach Tipps und Tricks, schaue mir diverse Seiten von Züchtern und Tierheimen an. Ich kann es kaum mehr abwarten, bis ich endlich ein kleines Lebewesen in meiner Wohnung habe, dass mich herausfordert, mir vertraut und mit dem ich die wunderbarsten Sachen erlebe, die man mit einem Tier wohl erleben kann. Ich will gemeinsame Spaziergänge (auch bei strömenden Regen, wenn es sein muss), ich will Tricks beibringen und auch zeigen, dass mein Hund etwas kann und ich will abends auf der Couch damit kuscheln. Das beantwortet vielelicht die Frage nach dem “Warum?”, die einigen sicher beim Lesen durch den Kopf geht.

Alles das ist kein Problem, weil ich darin auch große Unterstützung durch meine Freundin habe, der es genauso geht und die sich das genau so wünscht. Aber die großen Fragen stellen sich uns natürlich trotzdem.

Welche Rasse?

Das ist vermutlich das Schwierigste, was man sich so vorstellen kann. Es gibt sooo unglaublich viele Rassen von Hunden, die alle irgendwie toll sind, aber unser Hund soll bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Er sollte:

  1. nicht zu groß sein, da ich kein 30kg-Tier brauche und will (außerdem hat mein Vermieter was gegen größere Hunde)
  2. zum Großteil in der Wohnung gehalten werden können
  3. nur wenig Jagdtrieb haben
  4. lernbereit und offen für Neues sein
  5. auch mal 3-4 Stunden allein sein können, da wir beide voll arbeiten

Nach ewig langer Recherche sind wir auf die sogenannten Kromfohrländer gestoßen, eine relativ neue Rasse (1955), die genau den Anforderungen entspricht und dazu noch extrem niedlich ist ;D Passt also. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch stellt sich noch die Frage, ob eine Rassehund überhaupt sein muss, denn es gibt auch so viele tolle Mischlinge da draußen! Außedem sind die Rassenspezifika natürlich nicht bei jedem Hund so ausgeprägt, wie versprochen.

Welpe oder erwachsener Hund?

Pro-Contra Welpen

Noch so eine riesige Frage.

Welpen haben den Vorteil, dass man sie komplett selbst sozialisieren kann, sie also komplett an das eigene Leben gewöhnen kann, sodass es, was den normalen Alltag angeht, zu wenig Problemen und Überraschungen kommt. Außerdem sind sie natürlich unfassbar niedlich und süß 😉

Nachteil(e): sie man sollte in den ersten Monaten eigentlich zu 115% für diese kleinen Schützlinge da sein (Sonst schleichen sich sehr schnell sehr viele Fehler ein…). Das stelle ich mir extrem schwierig vor, da ich ja irgendwie auch arbeiten und Geld verdienen muss. Zwar kann das auch in wenigen Wochen gelingen, aber dann muss das Timing passen. In den Sommerferien ist vermutlich genug Zeit für das Gröbste, aber wie bewegt man einen Züchter, den nächsten Wurf passgenau 9 Wochen vor die hessischen Ferien zu legen?

Richtig! Gar nicht. Seufz.

Weiter bin ich absoluter Hundeanfänger. Das ist eigentlich überraschend, da ich vom Dorf komme, aber dort wurden Hunde eher als Nutztiere gehalten (ganz ehrlich: unter den unwürdigsten Umständen, wenn ich ehrlich sein darf…), daher fehlt mir die tatsächliche praktische Erfahrung dennoch. Das heißt, dass ich mich zwar im Vorfeld belesen und Gespräche mit Freunden und Experten führen kann… Aber es kann so schrecklich viel in den ersten Wochen schief gehen, dass es für mich eine bis jetzt noch unüberwindbare Hürde ist. Vielleicht ändert sich das noch.

Pro-Contra erwachsener Hund

Ältere Tiere haben den Vorteil, dass sie die meisten Kinderkrankheiten schon hinter sich haben. Sie sind in der Regel stubenrein, können mit anderen Hunden und Menschen umgehen und sind im Alltag auch gefestigt. Im Gegensatz zu Welpen kann man erwachsene Hunde meist auch längere Zeit allein lassen. Man braucht also weniger Zeit und hat weniger Ärger, da sie schon “fertig” sind und man nicht mehr so viel falsch machen kann.

Was uns gleich zum größten Nachteil bringt: man weiß nie, welche Fehler ein Vorbesitzer gemacht hat und wie die Hunde auf Dinge im eigenen Alltag reagieren. Man hat keine Ahnung, welche Traumata der Hund in seiner Prägephase hinter sich bringen musste. Weiter ist es unfassbar schwierig, einen ausgewachsenen Hund zu finden, der dazu auch noch eine passende Rasse hat. Mischlinge findet man natürlich genug, von denen weiß man aber weder so genau, wie groß sie werden (wenn sie noch jünger sind), noch, wie die charakterlichen Eigenschaften in ihre DNA eingebrannt sind. Natürlich ist mir auch klar, dass sich die meisten Dinge mit genügend Training und Geduld auch wieder hinbiegen lassen. Aber wenn ein Hund von Menschen geschlagen wurde, ist es schwierig, das aufzuarbeiten.

Ihr seht: schwer! Und ich bin immer noch nicht sicher, wie ich das ganze lösen will. Natürlich haben Tierheimhunde uach den Vorteil, dass man sie aus dem Tierheim holt. Wir haben da das Glück, dass unser Tierheim gleich um die Ecke ist und wir es theoretisch jeden Tag besuchen können, aber so richtig zufrieden bin ich mit keiner der beiden Lösungen.

Unterstützung

Natürlich haben wir Freunde, von denen einige auch einen Hund haben. Die können uns Tipps geben, wie man mit einigen Problemen umgeht, aber eben nicht mit allen. Literatur, Gespräche und Internetrecherchen sind natürlich ein guter Anfang, aber Praxiserfahrung ist dennoch mit nichts zu bezahlen.

Meine Schulleitung ist dem gegenüber überraschend offen eingestellt. Auf Nachfrage lassen sich Freistunden in meinen Stundenplan einbauen, in dem ich nach hause eilen und eine Runde Gassi gehen kann. Das ist schon mal großartig und kommt auch zum Teil für mich unerwartet, da ich solche Wünsche bisher noch nicht hatte. Weiter bietet sich mein Job auch ein Stück weit dafür an, weil ich in der Regel “nur” von 8 bis spätestens 15 Uhr weg bin. Für einen Hund das gerade noch ertragbare Maß. Schön ist natürlich etwas anderes. Freistunden können hier helfen, die Zeit zwischen Hund-Mensch-Kontakt deutlich auf ungefähr drei Stunden zu verkürzen und ich bin dankbar für dieses Angebot.

Unsere Nachbarn sind aber auch genial. Da wir schon Hunde in unserem Haus haben, sind die es erstens gewohnt und zweitens auch teilweise gewillt, einen Hund auch mal nach draußen zu begleiten, wenn gerade niemand da ist. Aber natürlich sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das so bleibt. Das wäre ungerecht den Nachbarn gegenüber.

Wann ist es soweit?

Wie schon erwähnt, hatte ich eigentlich die nächsten Sommerferien fest eingeplant. Aber bis dahin ist noch so schrecklich viel Zeit, dass es mir sichtlich schwer fällt, diesen Termin einzuhalten und nicht gleich morgen ins Tierheim zu stürzen und mir einen anzulachen. Aber ich muss hier hart bleiben, da ich sonst nicht die notwendige Zeit haben werde, mich ausgiebig mit dem Tier auseinander zu setzen und es auch geeignet zu integrieren.

Wobei… Ich habe auch in den letzten Wochen vor Schulende nur sehr wenige zu tun. Die Abschlussklassen sind weg und übrig bleibt im Prinzip nur meine eigene 12, die ich 4 Stunden pro Woche unterrichte. Was einem beim Schreiben manchmal so auffällt, ist schon oftmals hilfreich.

Welche Tipps oder Ideen habt ihr? Wie macht ihr das mit der Alleine-Zeit eines Hundes? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Schreibt es in die Kommentare!

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